Mittwoch, den 25. Juni 2014 um 10:00 Uhr

Kletterspaß: Abenteuer, Mut und Überwindung

Verfasst von  Redaktion

Hochseilgärten und Kletterparks werden ja gerne zur kollegialen Teambildung besucht. Für Familien sind sie aber auch unbedingt zu empfehlen, denn sie tun ungemein viel für das Selbstbewusstsein von Klein und Groß. Mit ein bisschen Mut und gegenseitiger Hilfe sind hier Hindernisse zu bewältigen und Herausforderungen zu meistern. Die Devise heißt also: Raus aus der Komfortzone und auf in den Kletterpark! Unser Redaktionsmitglied Sabine hat mit ihrer Familie den Kletterwald Pottenstein besucht - probiert das Klettern doch auch einmal aus, entweder in Pottenstein oder einem Kletterpark in eurer Nähe! Es lohnt sich!


„Och Mama, wenn du es nicht ausprobierst, weißt du doch gar nicht, ob du das kannst! Trau dich doch einfach!“ Ja, das nennt man wohl mit den eigenen Waffen geschlagen! Wie oft habe ich eben diese Worte gebetsmühlenartig schon meinem Kind vorgesagt? Kurzerhand hat er den Spieß einfach umgedreht! Und so kommt es, dass ich an einem schönen Samstagnachmittag in mittel-schwindelnder Höhe mit einem Gurt um den Bauch und von Karabinern gehalten auf einer Plattform mitten in der Fränkischen Schweiz stehe und mich tatsächlich trotz meiner Höhenangst überwinde, über wackelnde Balken zur nächsten Plattform zu gehen.

Heute Morgen ahnte ich noch gar nichts von diesem Abenteuer. Noch ehe sich das Wetter dazu durchringen konnte, uns doch noch mit ein paar Sonnenstrahlen zu verwöhnen, spielte sich bereits oben erwähnte Diskussion ab. Seien wir mal ehrlich, es liegt nicht nur an meiner Höhenangst, dass ich normalerweise nicht zu denjenigen gehöre, die bei dem Wort "Klettern" schon ganz aufgeregt "Hier!" schreien. Aber dem Junior hatten wir diesen Ausflug schon lange versprochen und seinen – pädagogisch wertvollen - Argumenten hatte ich schließlich nichts entgegenzusetzen. Und so machten wir uns am Mittag auf in den nahe gelegenen Kletterwald Pottenstein.

 

SG Photography--2

Die Anfahrt war denkbar einfach. Von der Autobahnausfahrt Pegnitz ist es nur noch ein Katzensprung bis Pottenstein und von dort aus ist der Kletterwald großräumig ausgeschildert. Gleich neben dem Golfplatz Pottenstein erkannte man schon von der Straße aus merkwürdige Gebilde in den Bäumen und Menschen mit komischen Geschirren um Hüfte und Bauch. Alle schienen Spaß zu haben, keiner rief um Hilfe, das beruhigte mich ungemein.

 

Ziemlich aufgeregt entrichteten wir also unseren Obolus und 1,2,3 hatten wir plötzlich auch einen solchen komisch anmutenden Gurt um uns. Ein netter junger Mann zeigte und erklärte uns im Trainings-Parcours, wie alles geht und welche Sicherheitsmaßnamen es zu beachten gilt. Und dann waren wir auch schon auf uns allein gestellt und konnten loslegen. Als wir vorhin mit dem leichtesten Parcours der 12 vorhandenen anfingen, war auch die Angst wie weggeblasen. Man ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass man noch über die Höhe nachdenken könnte. Über Netze, durch Röhren, auf festen schmalen und wackeligen breiten Brettern, mit einem Skateboard und einem Bobbycar und natürlich per Seilbahn haben wir die Entfernungen unter anderem zurückgelegt. Immer schön gesichert und von dem Hüftgurt gehalten.

 

Junior wurde kurzerhand in ein Erwachsenen-Sandwich gepackt, also ein Großer vor und einer hinter ihm, so können wir ihm am meisten beim Sichern sowie Ein- und Aushängen aus den einzelnen Stationen helfen. Der wird aber auch mit jedem Parcours mutiger und freut sich mit roten Backen über jede Herausforderung, die er meistern kann. Insgesamt verfügt der Kletterwald Pottenstein über zwölf Parcours unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, alle sind nach Tieren benannt und in Farben gruppiert, die Höhe und Anforderungen angeben. Nach der Einführung empfiehlt es sich, erst einen der leichten Kurse zu machen und sich dann langsam zu steigern.


Wer sich vorher oder hinterher stärken möchte, kann das in dem großzügigen Biergartenbereich tun. Denn Energie braucht man schon, für die insgesamt 150 Minuten Kletterspaß, die man nicht überschreiten sollte. Danach fehlt einfach die Kraft und Konzentration, um sich gut zu sichern. Ein paar Meter hinter mir ruft ein Mädchen um Hilfe. Sofort sind die Betreuer zur Stelle und coachen das Mädchen ruhig und gelassen durch die schwierige Passage. Offensichtlich wird hier Hilfe zur Selbsthilfe großgeschrieben! Und bevor ich nun also meine Seilrolle in das über mir hängende Stahlseil einklinke und mich über die nächsten 20 Meter zur nächsten Plattform sausen lasse, frage ich mich, warum wir nicht öfter mal unsere Komfortzone verlassen und solche Dinge in Angriff nehmen. Denn Sohnemann hat schon Recht: Wer sich nicht traut, wird wohl nie wissen, ob er es schafft.

Kletterwald3


Beim Besuch eines Kletterparks ist unbedingt zu beachten:

+ Angemessene Bekleidung (Taille muss von Kleidung bedeckt sein)

+ Feste Schuhe

+ Kein Schmuck

+ Kein Handy

+ Bei hygienischer Empfindlichkeit empfiehlt es sich, eigene Arbeits- oder Fahrradhandschuhe mitzubringen

+ Unbedingt Größenangaben für Kinder berücksichtigen


Mehr über den Kletterwald Pottenstein erfahrt ihr hier.


Zuletzt geändert am Mittwoch, den 25. Juni 2014 um 12:17 Uhr

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